Sushi, Salz und Salmiak

Shop. Lakritze kann man heiss lieben oder grausig finden. Oder in einer kleinen Confiserie von über 50 Sorten probieren - und sich vielleicht überzeugen lassen.

Thomas PrlIc | Stadtleben | aus FALTER 22/01 vom 30.05.2001

Michael Kornherr hat einen undankbaren Beruf. "Wer braucht heute noch ein Zuckerlgeschäft", macht sich der Besitzer der Confiserie "Zum süßen Eck" keine Illusionen über die Schwierigkeiten, mit der seine Branche zu kämpfen hat. Der Süßigkeitenhändler hat sich deshalb spezialisiert. Auf eine Süßigkeit, die nicht immer süß ist. Die manchmal nach Hustensaft, manchmal nach Pfeffer oder Salz schmeckt. Kleine, schwarze Dinger, die niemand so wirklich zu mögen scheint: Michael Kornherr verkauft Lakritze.

Ausgerechnet die Österreicher scheinen aus der Reihe zu tanzen, wenn es um den, im Volksmund wenig liebevoll genannten Bärendreck, geht. Selbst im Fachhandel sind die schwarzen Dragees nur schwer zu bekommen. Dafür ist das "schwarze Gold", wie Lakritze von Fans genannt wird, in Nordeuropa ein Renner. "Lakritze ist das Sushi der Skandinavier", weiß Kornherr. Auch in Deutschland und den Benelux-Ländern erfreut sie sich großer Beliebtheit.

Das aus der Wurzel des Süssholzes hergestellte

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