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Wirtschaft. Säuberungswelle in den Führungsetagen der staatsnahen Unternehmen - dahinter steckt die wirtschaftspolitische Revolution des FPÖ-Industriellen Thomas Prinzhorn: Nur Privat, null Staat. Neoliberaler Wahnsinn oder längst fälliges Ende des realen österreichischen Sozialismus?

Gerald John und Eva Weissenberger | Politik | aus FALTER 23/01 vom 06.06.2001

Rudolf Edlinger findet Thomas Prinzhorn super. "Wir müssten ihm eigentlich dankbar sein: Er ist ehrlich und sagt, was er sich denkt", meint der ehemalige SPÖ-Finanzminister. Das ist mit Abstand das Netteste, was man in Wien derzeit über den zweiten Nationalratspräsidenten und freiheitlichen Wirtschaftssprecher hört. Edlinger meint es allerdings auch nicht gerade als Kompliment: "Prinzhorn ist ein so unroutinierter Politiker und ein so unsensibler Mensch, dass er sein Herz ständig auf der Zunge trägt."

Prinzhorn hat das Herz am rechten Fleck: Die ÖIAG - über diese Holding ist die Republik an ehemals verstaatlichten Betrieben beteiligt - muss privatisieren. PSK, Telekom und Austria Tabak stehen ganz oben auf der Angebotsliste. Aber auch die Beteiligungen am Mineralölkonzern OMV und an Industrieunternehmen wie VA Stahl oder Böhler-Uddeholm sollen veräußert werden. "Ich bin für einen totalen Rückzug des Staates", sagte Prinzhorn im Nachtichtenmagazin Format. Und zwar schleunigst,

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