Kanak without a Cause

Film. Lars Beckers tragikomischer Gangsterfilm "Kanak Attack" erzählt quer durch Stile und Genremerkmale von der Zerrissenheit der Migrantenkinder, die sich hiner coolen Posen verbirgt.

Kultur | Maya McKecheneay | aus FALTER 23/01 vom 06.06.2001

Ganz Kiel scheint aus "Bahnhofsgegend" zu bestehen: Dönerbuden, Rotlichtlokale, Spielotheken, Pfandleiher, tags grau, nachts neonerleuchtet, das Pflaster schmutzig und meistens regennass. So sieht das Revier von Ertan Ongun (Luk Piyes) aus, einem kleinkriminellen Deutsch-Türken, der gemeinsam mit seinen Freunden in dieser austauschbaren, bundesdeutschen Großstadttristesse ein wenig Gangsta-Glamour verbreitet.

Nach der Vorlage von Feridun Zaimoglus Tatsachenroman "Abschaum" erzählt Lars Beckers "Kanak Attack" die Geschichte eines jungen Underdogs und Rebellen aus dessen Perspektive. Dabei geht es eigentlich weniger um die Schilderung der Deals und Überfälle, der misslungenen Drogenexperimente, der Todesfälle und der Abschiebung von Ertuns bestem Freund in die Türkei. Wichtiger sind die Posen und Sprachcodes der "Kanaken". Alles ist so-und-so-"mäßig", ein Fehler "voll die Blamage", und die Lebensweisheiten gehen so: "Ficken und gefickt werden - so ist die Welt."

Natürlich waren solche


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