Fragmente für Millionen

Musik. Biegt die Hörgewohnheiten, bis sie brechen: Kurz nach dem verschrobenen Bestseller "Kid A" behaupten Radiohead mit der ebenso sperrigen CD "Amnesiac" ihre Ausnahmestellung im Pop-Business.

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 23/01 vom 06.06.2001

Nun ist er also da, der mit Spannung erwartete Nachfolger zu "Kid A". Die Geschichte dieser letzten CD von Radiohead gehörte zum Aufregendsten im Popjahr 2000: Sie markierte den Abschied von der Gitarrenband und eine Hinwendung zum Experiment mit elektronischen Sounds. Das Wagnis wurde von den Hörern honoriert: Ausgerechnet diese Sammlung von alles andere als leicht konsumierbaren Stücken erklomm als erste Radiohead-CD die Spitze der amerikanischen Charts. Die Plattenfirma war zwar erleichtert, betonte aber trotzdem unermüdlich, dass auf "Kid A" wieder ein Album mit deutlicheren Songstrukturen folgen würde. Dass sich darunter keine Mitsing-Hymnen wie der frühe Teenage-Angst-Hit "Creep" (1993) mehr finden würden, war allerdings klar.

Nun überrascht die Band mit "Amnesiac" aufs Neue. Denn die elf Stücke sind um keinen Deut eingängiger als jene auf dem Vorgänger. Schon der Opener "Packed Like Sardines in a Crushed Tin Box" spricht eine deutliche Sprache: Er beginnt mit spärlichen


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