Der Meister mit dem Hammer

Musik. Kraftwerk, Klassik und zurück: Mit Computerhilfe und viel Gespür für die Klangwirkungen bearbeitet Wolfgang Suppan sein Material. Ein Porträtkonzert gibt Gelegenheit, das Schaffen des aufstrebenden österreichischen Komponisten kennen zu lernen.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 23/01 vom 06.06.2001

Wolfgang Suppan ist nicht gerade das, was man einen Speed-Freak nennt. Für Gespräche mit dem 34-jährigen Komponisten sollte man sich lieber etwas mehr Zeit nehmen, dafür kriegt man dann auch keine Floskeln zu hören, sondern - bedächtig, beinahe zögerlich vorgetragen - gründlich durchdachte und oft überraschende Ansichten zu praktisch jedem musikalischen Phänomen der letzten 600 Jahre. Musiker und Ensembles, die seine Werke uraufführen, sollten ihren Probenplan nicht zu früh ansetzen: Suppan wird gerne in letzter Minute fertig. Was er abliefert, rechtfertigt freilich jede Verzögerung.

Auch Suppan selbst musste für seine Karriere als Komponist langen Atem beweisen: Kein Klavierunterricht schon mit fünf Jahren, kein früher Entdecker seines musikalischen Talents weit und breit. Stattdessen die HTL in Vöcklabruck als größter musikalischer Förderer: "Da habe ich wenigstens gelernt, was ich nicht machen will." Also brach Suppan mit 15 die Schule ab und wurde Schlosser, besorgte


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