Der schöne Tod

Sterbebegleitung. Halb Europa diskutiert über die Legalisierung aktiver Sterbehilfe. Am Hospiz Rennweg, wo Menschen bis zu ihrem Tod begleitet werden, denkt man anders.

Stadtleben | Klaus Stimeder | aus FALTER 23/01 vom 06.06.2001

Wien 3, Idylle 1. Die vorstädtische Szenerie des Innenhofs zwischen Rennweg und Oberzellergasse ist die Art von Wien-Bild, das Kommunalpolitiker gerne auf Plakate bannen: Dutzende Kinder tollen fröhlich am Spielplatz herum, junge Muttis schauen zu, Teeniepärchen flanieren umher, eine Hand voll Rollstuhlfahrer genießt die Sonnenstrahlen und unterhält sich angeregt über das letzte Champions-League-Finale.

Das sind die letzten Bilder, die die meisten Patienten des Hauses, das unmittelbar an den Innenhof grenzt, in ihrem Leben zu sehen bekommen. Das Hospiz Rennweg betreut Krebskranke, die nach menschlichem Ermessen nicht mehr geheilt werden können. Dennoch erscheinen Floskeln wie jene von den "hoffnungslosen Fällen" an diesem Ort irgendwie unpassend: Wer sich als Patient in den Gebäudekomplex der Caritas Socialis begibt, hat noch nicht abgeschlossen. Wer hierher kommt, lebt - und wird auch dementsprechend behandelt. Seit der Eröffnung im Jahr 1995 versucht ein hoch spezialisiertes


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige