Phettbergs Predigtdienst: Zu Rudeldruck und Mediamil

... In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden ... (Jesus über die 3. Göttliche Person, den Hl. Geist. Joh 16, 12-15, Evangelium am Dreifaltigkeitssonntag im Lesejahr C)

Stadtleben | aus FALTER 23/01 vom 06.06.2001

Schlussendlich hat Thurnher auch Bertelsmann und News in seinem großen Schlusssatz kanonisiert, ihn also upgedatet, den Mediamil-Komplex geweiht. Weihen kommt vom Imperativ Weiche! Fast alles nun, bis auf Marginalien, was da so am Haufen liegt am Trottoir an Mediamüll, stammt aus demselben Füllhorn. Mir erscheint aber immer mehr das Kapital als nur ein Abbild der gesellschaftlichen Wirklichkeit, das derzeitig gültige Schlatz zum Transport des Eigentlichen, das schon immer lautete: soziale Kompetenz, Machttechnik mit Namen, nicht zuletzt, seit ich weiß, dass mir, dem Sexualbettler, kein Sex geschenkt wird, da ich ihn mir nicht zu erschließen verstehe. Mit anderen Worten, ich führe in Österreich alles auf Österreich zurück.

Vorarlberg ist da schon ein bisschen anders. Dort bewirbt in großen Flächenanzeigen jede Bäckerei jede Semmel, die sie bäckt, bevor sie sie sich abkaufen lässt. In Wien ist es zum Beispiel nicht üblich, dass Falter-Lesys, wenn die Oma stirbt, eine Schaltung in den Falter setzen. Obwohl gerade sowas sehr spannend sein könnte zu lesen. Und dem Falter Verlag täte es gut. Ein kleines Stück Kuchen vom Erbe, von der Erbschaftssteuer absetzbar. Oder Billa könnte sagen, die Linkslinken vom Falter sind uns zwar unsympathisch, aber wir wollen Pluralität im Land und inserieren: "Ihr seid uns zwar unsympathisch, aber wir verkaufen euch unsere Semmeln." Oder Dichand, im neunten Lebensjahrzehnt, könnte dem Thurnher, im sechsten Lebensjahrzehnt, ein wöchentliches Doppelseiteninserat gönnen: "Ihr erscheint und wir erscheinen auch bloß nur."

Ja, und Thurnher ist schließlich aus Vorarlberg und nicht wirklich katholisch! Z' Wian si, welch Elend! Denken wir nur, wie er jedes Wirtshaus wie einen Lederhosenträger streichelt. Wir lieben ihn sehr, den Thurnher!

Der Phettberg-Chat ist auf "Sommerurlaub".


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