Traktorfest & Killerschwalben

Reportage Das Waldviertel ist seit Jahrhunderten Grenzland. Heute liegt es an der so genannten "EU-Außengrenze". Was erfährt man von den Menschen, die dort leben, und den Orten, die sie bewohnen?

CHRISTIAN ZILLNER (Text) und NORA FUCHS (Fotos)
Spezial, FALTER 24/01 vom 13.06.2001

Ein Bericht über das Waldviertel muss mit einer Sage beginnen. So geschah es an einem Novembernachmittag, nördlich der Stadt Litschau, tief in einem Forst. "Schau", sagte Elvira. "Das war eine alte Grenzstation." Einige Schritte abseits der breiten Forststraße lag ein zerbrochener Grenzbalken im Unterholz. Daneben hockte die Ruine eines kleinen Zollhauses. Das Dach war eingestürzt, im Innern wucherte Buschwerk. Wir starrten auf das im Schatten der mächtigen Fichten dahindämmernde Gebäude. Eine traurige Erinnerung an eine Grenze, die bereits im Jahre 1179 von Kaiser Friedrich Barbarossa festgelegt worden war. Wir konnten sie nicht sehen, denn sie verlief im Forst, weit hinter dem alten Grenzhaus. Wir durften auch nicht bis zu ihr vordringen, denn sie galt als militärisches Sperrgebiet. Hinter ihr, auf dem Territorium der CSSR, stand ein Stacheldrahtzaun - der Eiserne Vorhang. Wir wandten uns ab und gingen über neblige Felder nach Litschau zurück. Elvira sollte die Grenze schließlich

  3585 Wörter       18 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Artikel dieser Ausgabe finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige