Die Bushies sind da

Ausland. Die Kluft zwischen Europa und Amerika scheint tief. Aber Vorsicht: Oft trügt der Schein.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 24/01 vom 13.06.2001

Das ist ein Zusammenstoß der Kulturen, der sich gewaschen hat: Die Bushies, mit dem texanischen Todesstrafen-Befürworter George W. an der Spitze und dem Old-Boys-Network beinharter Kalter Krieger im Hintergrund, treffen auf den buntesten Politikerreigen, den Europa seit langem gesehen hat. Dazu zählt die Süddeutsche Zeitung den ehemaligen Straßenkämpfer Joschka Fischer, Ex-Juso Gerhard Schröder und den langjährigen Trotzkisten Lionel Jospin. Den italienischen Ministerpräsidenten, dem der Geruch der Mafia anhaftet, den Exkommunisten an der Spitze Polens und den in den Fußstapfen des in Washington jetzt so ungeliebten Bill Clinton wandelnden Tony Blair könnte man dazuzählen. Gegen den Vietnam-Krieg, der für Außenminister Colin Powell das prägende Erlebnis war, hat ein Großteil der europäischen Regierungschefs in der Jugend demonstriert. Für die konservativen Hardliner um Bush sind das Lebenswege von einem anderen Stern.

Schon lange nicht waren Europa und Amerika politisch


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