Schwarz-blaue Nullen

Ausländer. Die Regierung sperrt Fremdarbeiterfamilien aus: der nächste wirtschaftspolitische Unsinn.

Vorwort | Gerald John | aus FALTER 24/01 vom 13.06.2001

Political Correctness ist out. Sagt Thomas Prinzhorn. Und die Regierung schließt sich dieser Maxime gerne an. Das Gutmenschen-Geseiere will eh keiner hören, was zählt, sind harte Fakten. Der neueste schwarz-blaue Geistesblitz in der Zuwanderungspolitik scheint da nur logisch. Wenn die Wirtschaft schon unbedingt mehr ausländische Arbeitskräfte fordert, wird im Gegenzug eben die Quote für die Familienzusammenführung - heuer etwa 5500 Menschen - gegen null gesenkt. Die 12.000 Ehepartner und Kinder, die laut Innenministerium noch Schlange stehen, sollen ruhig weiter warten. Zum Arbeiten und Steuern Zahlen braucht schließlich kein Mensch eine Familie.

Humanitäre Einwände sollen der Regierung an dieser Stelle erspart bleiben. Obwohl man natürlich fragen könnte, wie der frömmelnde Familienmensch Andreas Khol das alles mit seiner christlichen Soziallehre vereinbaren kann. Warum Bundeskanzler Wolfgang Schüssel behauptet, der "Rucksack" der Anträge auf Familienzusammenführung sei fast


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige