"Es geht um etwas Tieferes"

Film. Wie alle guten Sexfilme handelt auch "Intimacy" eigentlich von der Liebe. Der "Falter" sprach mit Regisseur Patrice Chereau über Männer und Frauen, Sex und andere Intimitäten.


Wolfgang Kralicek

Kultur, FALTER 24/01 vom 13.06.2001

Patrice Chereau, 56, ist einer der wichtigsten Theater- und Opernregisseure der vergangenen drei Jahrzehnte. Er arbeitete bei Giorgio Strehler in Mailand, war Leiter des Theatre des Amandiers in Nanterre, inszenierte Klassiker (Shakespeare, Moliere) ebenso wie zeitgenössische Stücke (Bernard-Marie Koltes, Heiner Müller, Botho Strauß). In Bayreuth erarbeitete Chereau Ende der Siebzigerjahre eine legendäre "Ring"-Interpretation; bei den Salzburger Festspielen inszenierte er 1994 "Don Giovanni". Bei den Wiener Festwochen war 1995 seine Inszenierung des Zweipersonenstücks "In der Einsamkeit der Baumwollfelder" von Koltes zu Gast, in der Chereau selbst mitspielte und mit seiner ungemein intensiven Performance auch nichtfrankophone Zuschauer faszinierte.

Seit damals hat sich der Regisseur von der Bühne zurückgezogen und sich ganz aufs Filmemachen verlegt. "Ich bin selbst erstaunt, dass ich kein Theater mehr mache", sagt Chereau im Falter-Gespräch, in dem der Franzose mit erstaunlich guten

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