Pulp Ficktion

Film. Franz Novotnys Billigproduktion "Nachtfalter" spekuliert auf den Mehrwert der eigenen Schundigkeit und bleibt dabei skandalös fad.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 24/01 vom 13.06.2001

Es war 1994, als Quentin Tarantino der blonden Uma Thurman eine billige, schwarze Perücke mit Stirnfransen überstülpte und sie als Gangsterbraut zum Teil einer kalkulierten Kultattacke machte. Kaum sieben Jahre später folgt Österreichs Antwort: Franz Novotny setzt der dunkelhaarigen Eva Lorenzo eine blonde Perücke gleicher Machart auf und schickt sie als Hure durch einen Videostreifen namens "Nachtfalter". Der Untertitel lautet "Eine billige Dreigroschengeschichte", eine etwas umständliche Übersetzung von "Pulp Fiction". Mangels Verleiherinteresses bringt Regisseur/Produzent Novotny ("Exit - Nur keine Panik", 1980) seine auf Digitalvideo gedrehte Billigstproduktion jetzt im Eigenverleih ins Kino.

Das Amateurhafte des Dialogs, in Wortlaut und Darbietung, sowie die grindige Inszenierung erinnern allerdings weniger an Tarantinos Pulp, als an die Weichspülpornos der Privaten: Die Szene, in der sich etwa die Nutten Claudia und Katrin hinter semitransparenten Vorhängen gegenseitig liebevoll


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