Stadtmensch

Stadtleben | aus FALTER 24/01 vom 13.06.2001

Ein Fleischhauer macht seinen Beruf zum Hobby. Grausam? Mitnichten. Helmut Lehner, 58, und mittlerweile im Ruhestand, beschäftigt sich privat mit einem unblutigen Teil seines Jobs. Er sammelt Waagen. Begonnen hat alles, als Lehner eine alte Waage für sein Schaufenster suchte. Heute stapeln sich über 350 Waagen und mehr als 1000 Gewichte in einem kleinen Dachgeschoßzimmer im 18. Bezirk. Opiumwaagen ebenso wie gewöhnliche Apothekerwaagen. Skurrilitäten wie eine Eierwaage oder ein normannischer Holzstab, mit dem schon vor 1600 Jahren Gewichte geschätzt wurden, sind aber nicht seine Lieblingsstücke. "Prunkstück der Sammlung ist die Amtswaage der Stadt Wien", erklärt Lehner, der mittlerweile auch seinen Sohn mit dem Wiegevirus infiziert hat. Die Wiener Amtswaage war immerhin von 1880 bis 1992 in Betrieb. Seither vertraut auch das Marktamt der Elektronik. T. P.


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