Tod durch Vertreter

Seinesgleichen geschieht. Der ORF hat angefangen, bei sich über sich reden zu lassen. Leider lud er zur Debatte nur Vertreter.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Vertreter waren zahlreich vertreten am runden Tisch des ORF letzten Sonntag. Es handelte sich um eine Diskussionsveranstaltung in letzter Sekunde, in welcher der ORF nach langem, schwerem Leiden an der Öffentlichkeit endlich selbst die Möglichkeit ergriff, über sich rechten zu lassen. Es ist ziemlich absurd: Die größte Orgel des Landes bringt, wenn es um sie selbst geht, nicht einmal einen Piepser hervor. Als fehlte es auf dem Küniglberg an Pfeifen.

Wahrscheinlich verbietet ein Passus im Rundfunkgesetz dem ORF, in eigener Sache zu argumentieren. Mir leuchtet es trotzdem nicht ein: Das öffentlich-rechtliche Unternehmen erkauft sich mittels Anzeigentauschgeschäften und Kooperationsdeals ausgerechnet bei jenen Medien freundliche Berichterstattung, für die man den Begriff "unöffentlich-unrechtlich" erfinden müsste. Wir nennen aus rechtlichen Gründen keine Namen.

Damit der arme Gerhard Weis, Generalintendant des ORF, seine Argumente zum ORF-Gesetz im eigenen Unternehmen vorbringen


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