Schwamm über Shoa?

Nazi-Vergangenheit. Warum eine Amnestie für Hitler und Österreich, wie sie Rudolf Burger fordert, kaum zu bekommen sein wird.

Vorwort | Siegfried Mattl | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Bekanntlich hat die derzeitige Regierung die Geschichte zum Programm erhoben. In der Präambel ihrer Arbeitserklärung vom Februar vorigen Jahres bekennt sie sich zum Schuldanteil Österreichs an der Shoa und zur Übernahme von Verantwortung. Nun fordert Rudolf Burger (im Standard vom 9./10.6.) eine Politik des Vergessens, und er hat damit - wie so oft in den letzten Monaten - auf fatale Weise Recht und Unrecht zugleich. Eine Gedenkpolitik, die die Erinnerung an die Gräuel des Nationalsozialismus zum Ritual erstarren lässt, stimuliert bloß die Faszination delirierender Macht. Und die Instrumentalisierung der Vergangenheit für taktische Ziele ist ein riskantes Spiel, wie die SPÖ in der "Affäre Waldheim" gelernt hat. Aber Burgers Plädoyer geht es nicht darum, Schüssel & Co. vor dem Irrtum zu warnen, die Teilrestitution so genannt "arisierten" Vermögens könne über ihrer Regierung den Glanz moralischer Integrität verbreiten. Eher gegenteilig richtet es sich gegen die Kritikerkreise,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige