Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Was war: Länder segnen Stabilitätspakt ab Landesfürsten sind schnell beleidigt. Vor ein paar Wochen fielen sie noch über FPÖ-Finanzminister Karl-Heinz Grasser her, als dieserden Ländern Sanktionen auferlegen wollte, wenn sie den Budgetfahrplan nicht einhielten. Nun akzeptieren die Landeshauptleute doch Strafzahlungen. Und zwar für den Fall, dass ein Land nicht sein Schärflein zum geplanten, bei der Landeshauptleutekonferenz in Wien vereinbarten Überschuss der Bundesländer von insgesamt 23 Milliarden Schilling beiträgt. Das Finanzplus der neun Provinzen soll das Minus des Bundes ausgleichen und somit das Nulldefizit ermöglichen.

Was kommt: Euro-Chaos Beim Millennium blieb das befürchtete Chaos weitgehend aus - das könnte in der EU nun mit der Umstellung auf den Euro nachgeholt werden. Die europäische Wirtschaft wird ab dem nächsten Jahr mit der Einheitswährung umgehen müssen, doch zumindest viele österreichische Unternehmen lassen das Ereignis gefährlich gleichgültig auf sich zukommen. Erst 53 Prozent der Betriebe, erhob der Kreditschutzverband von 1870, sind bereits "eurofit". Jeder fünfte hingegen hat noch überhaupt nichts für dieEuro-Umstellung unternommen. Der Rest befände sich in der Durchführungsphase - hat also zumindest schon einen Taschenrechner zum Umrechnen angeschafft.

Was fehlt: Soldaten auf Zypern Einsatzfähiges Personal ist rar beim Bundesheer. Um das vergleichsweise kleine Kontingent von 2000 Mann für die geplante EU-Einsatzgruppe zusammenzukratzen, beendet die Armee nun ihren UNO-Einsatz im Osten Zyperns. Seit 1994 waren in der Pufferzone zwischen griechisch orientiertem und türkischem Teil der Mittelmeerinsel insgesamt rund 15.000 Soldaten stationiert. Die Österreicher werden nun durch slowakische und ungarische Truppen ersetzt. Die Zyprioten werden den Abschied verschmerzen: Schließlich bleiben ihnen noch die Zigtausenden Touristen, die jeden Sommer das Land überschwemmen.


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