Dolm der Woche: K.-H. Grasser

Politik | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Karl-Heinz Grasser ist am besten Weg, sich unter dieser Rubrik zu etablieren. Es nervt einfach, wie der FPÖ-Finanzminister, der gerne behauptet, kein Parteipolitiker zu sein, im besten blauen Apparatschiksprech für alle möglichen Missstände immer dieselben Übeltäter verantwortlich macht. Diesmal bei der Debatte über die Pleiten und Pannen bei der Verstaatlichten-Holding ÖIAG. Schuld seien, so Grasser sinngemäß im ORF-Report, die SPÖ, die Betriebsräte und die Medien. "Es ist unprofessionell, dass ein Unternehmen unter Schlagzeilen des Betriebsrats gestellt wird", jammerte Grasser: "Diese Debatte muss beendet werden." Man merke: Schlecht ist nicht, wenn Manager rausgeekelt werden, ohne dass Nachfolger parat stehen. Wenn Aktien im schlechtesten Augenblick veräußert werden. Wenn der Finanzminister selbst ÖIAG-Vorzeigeunternehmen herunterputzt. Schlecht ist nur, wenn darüber berichtet wird.


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