Strafen für Freier

Prostitution. Der Besuch im Bordell und der Abstecher auf den Strich werden in Wien demnächst kein Kavaliersdelikt mehr sein: SPÖ-Frauenstadträtin Renate Brauner plant Geldstrafen für Freier von Geheimprostituierten. Verbessert die Pönale die Lage der Huren?

Politik | Eva Weissenberger und Nina Weissensteiner | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Hoffentlich ist der Nächste kein Mercedes-Fahrer. "Das sind die Schlimmsten. Sie wollen nichts zahlen, verlangen mehr Sachen und brauchen ewig." Conny sagt: "Einfache Arbeiter sind netter."

Zu Mittag steht Conny im Sperrbezirk. In der Ybbsstraße im Stuwerviertel. Es tröpfelt. Für Mitte Juni ist es sehr kalt. Conny trägt einen kurzen Samtrock, aber auf Morphium "spürt man sich nicht so". Dicker, blitzblauer Kajal macht ihre hellgrauen Augen noch größer. Aber die Pupillen sind klein wie Stecknadeln. Mit 15 fing Conny mit Heroin an. Nach drei Monaten schmiss ihre Mutter sie raus. Die Schülerin brauchte Geld. Freundinnen zeigten ihr, wie man es schnell verdient. "Nach drei-, viermal hat man sich daran gewöhnt", sagt Conny: "Aber man muss schon der Typ dafür sein." Heute ist Conny eine von über 5000 Geheimprostituierten in Wien.

Ein knallgelber Polo fährt zum 18. Mal vorbei. Ein weißer Lieferwagen hält. Conny steigt ein. Eine Viertelstunde später ist sie wieder da: "Er hat nur


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