Schwarz & schwul

ÖVP. Die Volkspartei verhindert die Streichung des "Schultzalter"-Paragraphen und eingetragene Partnerschaften für Homosexuelle. Deshalb outet sich nun ein schwarzer Nachwuchspolitiker. Was sucht ein junger Schwuler bei einer homophoben Partei?

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Geputzte Schuhe, gebügeltes Hemd, adeliger Stammbaum. Nett, adrett, höflich. Gebildet, eloquent, mehrsprachig. Feri Thierry ist als Abteilungsleiter bei einer Marketingagentur erfolgreich und zitiert im Gespräch gerne die konservative Frankfurter Allgemeine. Er geht gelegentlich in die Kirche und lebt in einer festen Beziehung. Schon früh engagierte sich der heute 28-Jährige für Vorfeldorganisationen der Volkspartei. Zuerst war er Bundeschef der Schülerunion, dann der Studentenfraktion Aktionsgemeinschaft, zwischendurch mischte er bei der Jungen ÖVP in Wien mit. Thierry arbeitete als Wahlkampfhelfer und auf der Parteiakademie. Heute ist er Sprecher der "Plattform für eine offene Politik", dem Circel der liberalen Parteivordenker.

Eine typische ÖVP-Nachwuchshoffnung. Mit einer Besonderheit: Er wird bei der Regenbogenparade, die am 30. Juni über den Ring zieht, mitmarschieren. "Ich bin ein schwuler Politiker", sagt Feri Thierry. Und fügt gleich hinzu: "Aber kein Schwulenpolitiker."


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