"Alle Nigerianer sind Opfer"

Interview. Abdul Bin Rimdap, der Botschafter Nigerias in Österreich, über nigerianische Drogendealer, das Bild Nigerias in der österreichischen Presse und die momentane Situation in seinem Heimatland.

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Die Kronen Zeitung spricht von einer "nigerianischen Drogenmafia", die den Drogenhandel in Österreich zum großen Teil kontrolliere. Im Zuge der "Operation Spring" - dem ersten großen Lauschangriff gegen einen Drogendealerring im Frühjahr 1999, wurden Hunderte Afrikaner wegen Verdachts auf Drogenhandel verhaftet. Der größte Teil der Verhafteten stammt aus Nigeria. Bis heute sind die Prozesse rund um die "Operation Spring" und die Folgerazzien noch nicht abgeschlossen. Mit Stichtag 1. Juni 2001 saßen insgesamt 86 nigerianische Staatsbürger in österreichischen Gefängnissen, etwa die Hälfte davon befanden sich in Untersuchungshaft.

Abdul Bin Rimdap ist seit Jänner 2000 nigerianischer Botschafter in Wien und war zuvor unter anderem bei den Vereinten Nationen tätig. Der Falter berichtete über das von Menschenrechtsorganisationen kritisierte Prinzip der Doppelbestrafung von Drogendealern in Nigeria (siehe Kasten) und recherchierte, dass Bilder von Nigerianern, die im Ausland wegen


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