In der Korrektionszelle

Gefängnisskandal. Die Hintergründe des Selbstmordes eines 28-jährigen schwer kranken Häftlings in der Justizanstalt Krems-Stein werden immer skandalöser. Der Mann drehte in Einzelhaft durch. Niemand will es bemerkt haben. Die Justiz ermittelt.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Christian Steindl, der suspendierte Anstaltsarzt der Justizanstalt Stein, ist empört. "Rufmord" habe der Falter begangen, "rechtliche Schritte" werde er einleiten. Denn er habe mit jenen drei mysteriösen Todesfällen, die sich vor zwei Wochen in Stein ereigneten, nichts zu tun.

Das stimmt. Anderes wurde nie behauptet. Die drei Todesfälle werden andere Ärzte erklären müssen. Steindl war - wie der Falter (24/01) berichtete - zu diesem Zeitpunkt längst suspendiert: wegen seiner rüden Art, mit Häftlingen umzuspringen, und behaupteter antisemitischer Ausfälle gegenüber einem Häftling. Zurzeit läuft ein Disziplinarverfahren. Gegenüber dem Falter legte der Arzt aber auch seine Einstellung gegenüber Drogenkranken dar: "Ich gebe diesen Giftlern kein Methadon, sie sind verloren, sie sind gesellschaftlicher Müll." Steindl versicherte, "Giftler" (Steindl) zwar "im Giftrausch" zu behandeln, eine weitere Therapie mit Methadon lehne er jedoch ab.

Nun wird sich die Justiz wohl um weitere


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