Treuhandeln

Studiengebühren. Alle Proteste und Verhandlungen haben nichts gefruchtet. Die ÖH will die Studiengebühren deshalb mit einem Boykott zu Fall bringen - falls sich mehr als 30.000 Studenten beteiligen.

Politik | Gerald John | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Vielleicht ist alles nur ein raffinierter Schmäh. Vielleicht will die ÖH-Spitze nur die Zinsen kassieren und sich dann auf die Malediven vertschüssen, wie Pressesprecher Answer Lang witzelt. Derzeit scheinen es die Studentenvertreter aber ernst zu meinen: Sie fordern die Studierenden auf, die ab nächstem Semester fälligen Studiengebühren nicht ans Finanzamt, sondern auf ein Konto der ÖH zu überweisen.

Diese Transaktion soll die von der Regierung eingeführten Studiengebühren - 5000 Schilling pro Semester - zu Fall bringen. Das Kalkül der neuen, linken ÖH-Führung: Wenn nur genügend Studis die Gebühren boykottieren, müsse Schwarz-Blau wohl oder übel klein beigeben. Die Inskribierenden sollen deshalb ihren Obolus bis 12. Oktober auf ein von der ÖH eingerichtetes Treuhandkonto abliefern und den Interessenvertretern die Entscheidungsvollmacht darüberübertragen. Bis zum Ende der Inskriptionsfristen - an der Uni Wien der 25. Oktober - wird sich dann weisen, wem die Studentenvertreter


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