"Ich habe eine Hoffnung"

Gespräch. Robert Hochner, der Moderator der Nation, ist letzte Woche an Krebs gestorben. Anfang Mai bat er den Falter zu einem Abschiedsgespräch. Er zeigte sich dabei, wie er immer war: Tapfer, trocken, unsentimental scharf, um Gerechtigkeit bemüht und nie von seiner Ironie verlassen.

Medien | Armin Thurnher | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Am 4. Mai kam der Anruf. Robert Hochner redete nicht lange um den Brei herum. Ich wisse von seiner unheilbaren Erkrankung. Nun, es gehe ihm schlecht, ja, es sei ihm klar,es gehe dem Ende zu, und er möchte dem Falter und mir sein letztes Interview geben. Es wäre ihm morgen oder am Montag recht, denn er fühle sich momentan besser und sei fähig zu sprechen, aber er wisse nicht, wie lange dieser Zustand dauern werde.

Ich entschied mich für Montag. Hochners Frau Clarissa Stadler öffnete die Tür der gemeinsamen Wohnung am Parkring, Robert Hochner empfing mich voll angezogen und im Stehen, legte sich dann aber bald auf die Couch im Wohnzimmer. Ehe ich das Tonband einschalten konnte, erklärte er Beweggründe und Bedingungen des Gesprächs. Er habe lange geschwankt,ob er ein letztes öffentliches Statement abgeben solle; das Beispiel des ARD-Moderators Friedrich, dessen Abschiedsinterview der Spiegel brachte, ehe Friedrich noch beerdigt war, habe ihn nicht gerade ermutigt.Er verlasse sich


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige