Presseschau

Medien | Eva Weissenberger | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

"Die Innenpolitik ist ein einziger Heuriger, unterbrochen durch Pressekonferenzen", sagte Robert Hochner einmal. Journalisten leugnen trotzdem gerne, wie verhabert sie mit Politikern sind. Die Redakteure der Bezirkszeitung sind die Ausnahme: In einem Porträt über den Wiener SP-Klubchef Christian Oxonitsch wird selbstverständlich erwähnt, dass "unser Chefschreiber ein Oxonitsch-Fan" ist und sich diesem "seit Jahren verbunden" fühlt.

Und: "Unsere Verlagsleiterin ist offensichtlich ein Fan von Godwin Schuster", dem Klubsekretär, der seinen Chef in die Redaktion begleitete. Die Bezirkszeitung listet Geschenke an Mitarbeiter penibel auf: "Oxonitsch und Schuster brachten unseren Kolleginnen wunderschöne Blumensträuße. So sichert man sich nicht nur eine gute Nachred, sondern auch ein Platzerl im Herzen." Versuche, die Männer zu beeinflussen, werden schonungslos offen gelegt: "Mitgekommen mit den beiden Freunden aus dem SPÖ-Rathausklub waren diesmal auch drei wichtige Mitarbeiterinnen." Die "fühlten sich im Kreise unserer männlichen Kollegen ganz sicher wohl".


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