Kommentar: Wiener Festwochen: Jetzt wirds kritisch!

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Thomas Ostermeier, Regisseur und Intendant der Berliner Schaubühne, hat zum Abschluss der diesjährigen Wiener Festwochen nicht nur die Uraufführung des neuen Stücks von Biljana Srbljanovic ("Supermarket") inszeniert, sondern auch mit einem Tabu gebrochen. In einem Interview mit dem Standard sprach Ostermeier erstmals offen aus, was in der Wiener Theaterszene ohnedies längst ein offenes Geheimnis ist: Festwochen-Schauspieldirektor Luc Bondy, ab nächstem Jahr alleinverantwortlicher Intendant des Festivals, reißt sich keinen Haxen aus. "Er kennt weder das Stück, das ein Auftragswerk der Festwochen ist, noch war er jemals auf den Proben", petzt Ostermeier. "Auch für die Premiere ließ sich der Herr Intendant entschuldigen."

Regelmäßige Besucher der Festwochen wissen aus eigener Anschauung, dass Bondy den Festwochenaufführungen selten in voller Länge beiwohnt. Mal hält es ihn schon nach wenigen Minuten nicht mehr auf seinem Platz; mal kommt er erst nach der Pause; oft geht es ihm


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