"In Wien ist es schwierig"

Architekturtheorie. Im Gespräch mit dem "Falter" kritisiert der Theoretiker Charles Jencks die Architektur des MuseumsQuartiers und die Folgen der Wiener Moderne.


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Der Architekturtheoretiker Charles Jencks gilt als Mister Postmoderne, seitdem er 1977 in seinem Aufsatz "Die Sprache der postmodernen Architektur" den Tod der Moderne verkündet hatte. Mitte Mai nahm Jencks an einer Podiumsdiskussion im Wittgensteinhaus teil. Danach wiederholte er im Gespräch mit dem Falter seine Vorbehalte gegenüber dem Modernismus Wiener Prägung und erklärte, warum die Neo-Moderne mehr mit Gucci als mit Architektur zu tun hat.

Falter: Haben Sie Wiens neues Architekturmonument schon gesehen?

Charles Jencks: Sie meinen den schwarzen und den weißen Kubus?

Genau. Was war Ihr erster Eindruck?

Die Kuben haben einige tektonische Qualitäten, vor allem das schwarze Basaltgebäude. Sie beantworten aber nicht die Frage danach, was ein Museum heute bedeuten kann. Es ist notwendig, den Begriff einer in Schachteln und Mausoleen aufbewahrten Kultur aufzubrechen. Sich an Adolf Loos' Theorie anzulehnen, derzufolge die Kunst der Architektur so etwas wie ein monumentales Grabmal ist,

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