Spielplan

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Spätestens seit Wolfgang Bauers "Cafe Tamagotchi" ist der Rabenhof der spannendste Ort für angewandte Wahrnehmungsforschung. War "Cafe Tamagotchi" so, wie man sich einen LSD-Trip vorstellt, bei dem auch Cannabis im Spiel ist, hat das Dialekt-Dramolett "Erlaubent, Schas, sehr heiß bitte!", das H. C. Artmann 1963 im fernen Malmö als bös-liebevolle Hommage ans Cafe Hawelka geschrieben hat, etwas von einem Rausch, der schon in den Kater überschlägt. Man wartet, bis jemand das Licht ausmacht. Bis dahin schaut man den seltsamen Gestalten, die sich gegenseitig sekkieren, fasziniert zu, der Abend ist nämlich auch eine kleine Schule des Alltags-Sadomasochismus. Tina Lanik lässt im Zuschauerraum spielen, neben den Lebenden sitzen tote Größen von Freud bis Falco in Pappe, und hinten, in der Videoeinspielung, hängt man im Separee herum. Stark ist der Abend auch deshalb, weil jeder spielen darf, was er gut kann (Karl "Qualtinger" Welunschek!). Der beste Spaß in der Stadt, seit es Kurt Palms


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