Stadtrand: Kleinkrieg im Supermarkt

Stadtleben | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Kennen Sie das? Da läuft man noch schnell zum Supermarkt, um etwas ganz dringend Nötiges zu besorgen, sprintet zum Regal, und plötzlich schnappt einem jemand das letzte Stück vor der Nase weg und packt es in seinen Einkaufswagen. Was tun? Die Regal-schlichter anbetteln, ob es nicht doch sein könnte, dass irgendwo im Lager versteckt noch ein solches Stück rumliegt? Kommt besonders gut an Samstagen kurz vor 17 Uhr. Es soll aber böswillige Gestalten geben, die dem fremden Einkaufswagen nachschleichen, in einem unbeobachteten Moment das Objekt der Begierde schnappen und mit ihrer hinterlistig erworbenen Beute in Richtung Kassa abziehen. Ich kenne das nur umgekehrt: die Sorte Leute, die unfreundlichen Miteinkäufern, die sich vordrängen oder rempeln, aus Trotz alles mögliche Zeug heimlich ins Wagerl dazulegen (besonders beliebt sind Kondome oder Gleitgels). Von einen noch fieseren Trick, sich an lästigen Supermarkt-Mitbenützern zu rächen, habe ich vor kurzem gehört: einfach die Diebstahlssicherung, die auf Videos und Kassetten klebt, abnehmen und auf das Einkaufswagerl des Nervers picken. Verlässt er den Supermarkt, geht der Alarm los. Bis der vermeintliche Dieb seine Unschuld bewiesen hat, dauert es zumindest eine halbe Stunde. Lästig sein macht das Leben eben nicht immer leichter. N. H.


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