"Die Stadt gehört uns"

Frei-Raum. Sie liegen in Parks, fahren auf Skateboards in der Stadt herum, picknicken auf der Straße, gründen Grätzel-Initiativen oder steigen sogar in leer stehende Gebäude ein. Die Stadt wird von ihren Bürgern auf verschiedene Arten erforscht, benützt und verändert.

Stadtleben | Nina Horaczek und Klaus Stimeder | aus FALTER 25/01 vom 20.06.2001

Die Kirchenuhr schlägt zwölf, eine weitere Nacht in Grinzing neigt sich dem Ende zu. Eine Hand voll Touristen wankt der letzten Straßenbahn entgegen. Martin G. (Name v. d. Red. geändert) dämpft seine Marlboro aus.Noch einmal streift sein Blick über die verregnete Gasse. Es geht los. G. geht ein paar Schritte die Gasse hinauf und huscht lautlos über eine Gittertür auf der Rückseite des leer stehenden Gebäudekomplexes. Keine fünfzehn Sekunden später befindet er sich im Inneren des Hauses. Kurzes Durchatmen. Lauschen. Nichts. Nur die übliche Geräuschmischung aus fernem Grölen, vorbeifahrenden Autos und kreischenden Girlies aus dem gegenüberliegenden Tanztempel.

Nach mehreren leeren Räumen steht er vor einem metallenen Umriss. "Das künftige Badezimmer", kichert er. Die Wanne ist bereits installiert. G. packt eine Digitalkamera aus und weist den Begleiter an, in dem Bassin Platz zu nehmen. Für den Bruchteil einer Sekunde leuchtet ein Blitz den Raum aus. Anschließend geht es


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