Der Streit ums Leben

Analyse. Seit einigen Wochen hat nun auch Österreich eine eigene "Bioethik-Kommission". Doch was heißt Bioethik eigentlich? Und was kann eine solche Kommission ausrichten? Ein paar Klarstellungen und einige internationale Vergleiche.

Politik | Herbert Gottweis | aus FALTER 26/01 vom 27.06.2001

Vor ziemlich genau einem Monat war es endlich so weit: Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gab die Namen der 18 Mitglieder jener "Bioethik-Kommission" bekannt, deren Einsetzung er schon Wochen zuvor angekündigt hatte. Und die Kommission erhielt auch gleich einen Auftrag: Sie soll "aus ethischer Sicht beratend zu der Entwicklung der Wissenschaften über die Gesundheit und Krankheit des Menschen und ihrer Anwendungen und deren gesellschaftlichen, rechtlichen und naturwissenschaftlichen Implikationen" Stellung nehmen.

Zum Vorsitzenden des 18-köpfigen Gremiums war schon vorab der Gynäkologe und Reproduktionsmediziner Johannes Huber bestimmt worden, an dessen endgültiger Bestellung aber bald Kritik laut wurde. Huber, der als Vertreter des biomedizinischen Fortschritts gilt, hatte seine Vorabnominierung zum Anlass genommen, in einer Reihe von Interviews seine persönliche Sicht zu zentralen bioethischen Fragestellungen darzulegen, und sich für größere Spielräume in der Embryonenforschung


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