Kommentar: MuQua von Würstelstand vergewaltigt!


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 26/01 vom 27.06.2001

Diese Woche ist es endlich so weit: Nach Jahrhunderten leidvoller Geschichte, die voll war von hochfliegenden Ideen, groben Missverständnissen und kleinlichen Kontroversen, wird das MuseumsQuartier nun doch eröffnet. Irgendwie ist man erleichtert, obgleich nur wenige zufrieden scheinen. Das hindert nicht am Feiern. Noch bevor das MuQua mit Musik, Tanz, Laserprojektion und Feuerwerk entsprechend barock eröffnet wird, treten aber auch schon die Bettelmönche vom Depot auf und erinnern mit einer auf 5.30 Uhr (a.m.!) angesetzten "Kasteienden Morgenandacht" daran, dass weder das Leben noch die Kunst ein einziges rauschendes Fest ist, sondern dass auch noch gebetet, gefastet und viel nachgedacht werden muss.

Der Bürger wünscht die Kunst üppig, das Leben asketisch - umgekehrt wärs besser, meinte Theodor W. Adorno. Ob es "den Bürger" mittlerweile überhaupt noch gibt, gilt als zweifelhaft, und Kunst und Leben haben schon längst zu einem gemütlichen Miteinander in einer Kultur gefunden,

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