That Sinking Feeling

Schiffsliteratur. Über 2000 Seiten Bücher für die hohe See: Der "Falter" hat sie gelesen und Käpt'n Ahab um einen Kommentar gebeten.

Kultur | Christian Zillner | aus FALTER 26/01 vom 27.06.2001

Alle Seefahrerliteratur ist eine Fußnote zur Odyssee. In Homers Epos sind Dramaturgie und alle Motive bereits in Vollendung ausgearbeitet: Verlassen der Frau, ödes und brutales Leben an Bord, Windstille, Krankheit, Hunger, Meerungeheuer, Sturm, Schiffbruch, Überleben auf einer exotischen Insel allein oder unter fremden Menschen und die Sehnsucht nach daheim. Alle nachfolgenden Erzählungen variieren nur noch diese Motive.

Um die Schiffsmetaphorik geht es auch im Sammelband "Schiffe in der Weltliteratur", in dem Manfred Gsteiger Texte von der Genesis über Grillparzer bis Enzensberger versammelt hat. Darin ruft Walt Whitman in seinem Gedicht "In cabin'd ships at sea" das Buch auf, seine Bestimmung zu erfüllen ("Then falter not O book, fulfil your destiny") - was Gsteigers Buch nicht gelingt. Das einzig Bemerkenswerte daran ist das Fehlen von Texten aus der Odyssee und Herman Melvilles "Moby Dick". Dafür bringt es Weltliteratur von Silja Walter: "Lass mein Kahn die Welt vergehn. / Ich


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