Auf Verdreng und Verderb

Am Rande Europas. Karl-Markus Gauß' Buch über "Die Sterbenden Europäer" ist eigentlich ein Plädoyer für den Inlandsurlaub.

Kultur | Klaus Kastberger | aus FALTER 26/01 vom 27.06.2001

Zum Thema "Rand" fällt mir als Erstes Peter Handke ein. In der wunderbaren Sammlung "Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt" erwies sich der Kärntner Dichter schon im Jahr 1969 als ein Praktiker des Ephemeren. Unter den gesammelten Texttrümmern finden sich unsterbliche Stücke wie die pflichtgemäße und dabei ellenslange Beantwortung der Frage nach der besten Verbindung zu dem bundesdeutschen Ort Stock ("Zugauskunft") oder so profane Dinge wie "Das Rätsel vom 17. August 1968" oder "Die Aufstellung des 1. FC Nürnberg vom 27.1.1968". Mit der lyrischen Textmontage "Der Rand der Wörter 2" hat Handke eine Etüde des Randes geschaffen, die zu lesen noch heute lohnt: "Wir sitzen am Rand des Feldweges und reden. / Die größte Not ist lange vorbei, denn am Gletscherrand lagern die Leichen ab. / Wer steht am Rand des Feldes, am Rande des Highway? - Cary Grant".

Karl-Markus Gauß, der im Zentrum von Europa (Salzburg) eine der besten österreichischen Literaturzeitschriften (Literatur und


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