Der Tarnkappen-Trick

Musik. Vom TripHop über Anti-Pop zum Mainstream-Pop für "Anti-": über den gescheiterten Versuch der Kontaktaufnahme mit dem unfassbaren Phantom Tricky.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 26/01 vom 27.06.2001

Tricky scheint sich stark verändert zu haben", sagt der Hotelrezeptionist, "er ist jetzt wesentlich entspannter als früher einmal." Soll das etwa heißen, dass er es aufgegeben hat, sein Zimmer zu zertrümmern, wenn ihm der Inhalt der Minibar oder der Belag seines Sandwiches nicht zusagt? Der Rezeptionist riskiert ein viel sagendes Lächeln: "Als er das letzte Mal hier weilte, war er jedenfalls in bester Laune." Das letzte Mal freilich hätte Tricky den Falter in eben diesem Londoner Hotel zum Interview treffen sollen. Bloß hatte er laut Auskunft des holländischen Agenten seiner Plattenfirma am Ende doch keine Zeit dafür. Und beim vorletzten Mal, da hatte der Agent uns gebeten, den Gesprächstermin zu verschieben, weil der Star "etwas müde" gewesen sei.

Ob Tricky wohl weiß, wie fürsorglich seine gute Laune vor der Außenwelt beschützt wird? Nicht umsonst steht er seit seinem Ausstieg vom erst an Polygram, dann an den Universal-Konzern verkauften Traditionslabel Island bei einer


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