Ohren auf! Three is company!

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 26/01 vom 27.06.2001

Es muss sein! Auch wenn sich katholische Internatsschülerinnen jetzt besser die Decke über den Kopf ziehen: An dieser Stelle erhebt der frei improvisierte Altmänner-Jazz wieder einmal sein wüstes Haupt. Vier Klaviertrios aus den Neunzigerjahren, die alle auf hatOLOGY (Harmonia Mundi) erschienen sind, zeigen eine erstaunliche Spannweite dessen, was unter "Jazz / Free Improvisation" abgelegt wird. Eröffnet wird der Reigen vom Matthew Shipp Trio, dessen "Prism" ursprünglich auf einem Kleinst-Label erschien und eine einstündige Performance dieses Piano-Percussionisten dokumentiert, der ganz dem eigenen Credo folgt: "I do think in swirling masses of sound."

Wo Shipps Trio einen Lavastrom entfesselt, dessen erstarrende Formen den Fluss der nachfließenden Soundmassen bestimmen, ist das Richard Grossman Triomit "Where the Sky ended" wesentlich stärker auf transparente und distinkte Klangorganisation dessen bedacht, was Gross-man als "Composing in real time" bezeichnet. Bedingungslos freie


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