Weg mit den Wilden

Plakatkrieg. Sie waren geduldet, aber immer verboten. Nun werden Wiens wilde Plakatierer von der Gewista gerichtlich verfolgt. Das Ende der Plakatfreiheit?

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 26/01 vom 27.06.2001

Ein paar dunkle Gestalten huschen durch die Nacht. Bewaffnet mit Kleister und Plakat. Werfen vorsichtige Blicke um sich: Irgendwo Polizei in Sicht? Dann geht alles sehr schnell, routiniert und leise: Kleister rauf, die Plakate werden festgeklebt. So unauffällig wie sie gekommen sind, verschwinden sie wieder in der Dunkelheit.

Plakatieren bei Nacht und Nebel - das macht mittlerweile keiner von Wiens Wildplakatierern mehr. "In den Siebzigerjahren hat man noch in der Nacht gearbeitet", erzählt Wildplakatierer Eugen Picker*. "Heute rücken wir ganz normal in der Früh aus und kleben zwischen acht und zehn Uhr." Vor der Polizei ist man dabei noch immer auf der Hut - ab und zu erwischt werden kalkuliert Picker trotzdem ein. Denn Wildplakatieren ist ein Gewerbe mit Gewerbeschein, Steuerpflicht und Werkverträgen für die Beschäftigten - die Sache hat nur einen Hacken: Wildplakatieren ist verboten.

Jetzt fürchten die zehn Wildplakatier-Unternehmen der Stadt, die vor allem die freie Kunst- und


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