Der letzte Mohikaner

Johann Kresnik. Der Kärntner Choreograph beweist seit mehr als dreißig Jahren, dass Tanz auch politisches Theater sein kann. Mit den Malerbiografien "Frida Kahlo" und "Goya" sind bei Im Puls Tanz zwei Extrempositionen von Kresniks Arbeit zu sehen.

Karin Cerny | Extra | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Was sich bei den meisten Regisseuren von selbst ergibt, ist mit Johann Kresnik eine Herausforderung: das Sprechen über die Arbeit. Man will wissen, wie die bildgewaltigen Szenen für sein Choreographisches Theater entstehen, und findet sich plötzlich mitten in einem Gespräch über die Drogenpolitik der Amerikaner in Kolumbien wieder. Was ist da schief gelaufen? Eigentlich gar nichts, zumindest in der Logik von Kresnik, für den es eine von Politik und Gesellschaft losgelöste Ästhetik nicht gibt. Mit 17 Jahren ist er der Kommunistischen Partei beigetreten, mit 16 hat er zum ersten Mal ein Theater besucht. Beides gehört für Kresnik, der vor zwei Jahren seinen sechzigsten Geburtstag gefeiert hat, nach wie vor wesenhaft zusammen.

Als Kresnik, der in den Sechzigerjahren einer der wichtigsten Erneuerer des Tanzes im deutschsprachigen Raum war, 1990 den Theaterpreis Berlin verliehen bekam, hieß es in der Begründung, er leiste seit über zwanzig Jahren ästhetisch Widerstand gegen "zwei

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