Fluten und Wannen

Reinhild Hoffmann & Susanne Linke. Zwei große Damen des deutschen Tanztheaterszeigen vier markante Soloarbeiten.

Extra | Helmut Ploebst | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Susanne Linke mag den Kontakt zu Leuten, die anders sind als sie. Mit einer Entspanntheit, die etwa Pina Bausch nicht hatte, erlaubte sie dem sehr konzeptuellen französischen Choreographen Jerome Bel, ihr Solo "Wandlungen" als Demonstrationsobjekt in eines seiner eigenen Stücke zu integrieren. Obwohl konzeptuelle Kunst nicht Linkes Sache ist.

Wie sehr sich die Schülerin der Ausdruckstänzerin Mary Wigman dem expressionistischen deutschen Tanztheater verpflichtet fühlt, kommt in ihrem Solo "Im Bade Wannen" (1980, die Musik stammt von Satie) zum Ausdruck. Die Beziehung zwischen Mensch und Wanne, dem Subjekt und seinem Gebrauchsobjekt, ist ein Thema dieser ironischen Arbeit. Das Andere, die Uterus-Symbolik der Wanne in der intimen, abgeschlossenen Atmosphäre des Badezimmers. Dabei schüttet Linke den Tanz nicht mit dem Bade aus: Anvisieren, Annäherung und Andeutung genügen, den Rest besorgt die Fantasie der Zuschauer. Im folgenden Jahr, 1981, choreographierte Linke zur Elegie für Cello


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