Phasenweise faszinierend

Musik. Vor 31 Jahren wagte der Komponist Steve Reich eine Prognose über die Zukunft der Musik - und erklärte damit die Anziehungskraft, die seine Musik bis heute auf viele Choreographen ausübt.

Extra | Carsten Fastner | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Bis dato ist Steve Reich noch schwer im Irrtum. Vor über dreißig Jahren hatte sich der amerikanische Komponist, der als einer der wichtigsten Vertreter der Minimal Music gilt, als Prophet versucht: "Die elektronische Musik als solche wird sterben und allmählich im Strom singender und Instrumente spielender Leute aufgehen", war sich Reich in dem kurzen Text "Einige optimistischen Voraussagen (1970) über die Zukunft der Musik" sicher. Und weiter: "Der Puls und die Vorstellung eines klaren tonalen Zentrums werden wieder zu zentralen Bestandteilen der neuen Musik werden."

Auf den Zeitpunkt, zu dem diese guten, alten Werte der abendländischen Musik ihre Rückkehr feiern sollten, wollte sich Reich freilich nicht festlegen. Doch ganz abgesehen von der Frage, ob seine Prophezeiung auch heute noch als "optimistisch" empfunden werden kann: Bislang hat sich nichts davon bewahrheitet. Noch immer sind Komponisten, die zur lange überwundenen Tonalität zurückkehrten, in der allenfalls milde belächelten


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