Vögel zwitschern, Tänzer fliegen

Mathilde Monnier. Die im Vorjahr unter dem Titel "Signe" präsentierte Cunningham-Arbeit heißt jetzt "Signe, Signes" und ist nicht mehr wiederzuerkennen.

Extra | Helmut Ploebst | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Zur kühlen Sommerzeit hatte bei tanz2000.at in Wien ein Stück Premiere, das keine leichte Kost darstellte: Mathilde Monniers Arbeit über Großmeister Merce Cunningham, "Signe". In ihren schwierigen Bewegungsgravuren auf einer Bühne mit Spiegeln, Monitoren, Kameras und zwitschernden Vögeln gaben ihre exzellenten Tänzerinnen und Tänzer nicht Cunningham-Phrasen wieder, sondern paraphrasierten den "Raum" zwischen Abstraktion und Ausdruck. Monnier spielte in "Signe" ironisch auf die Themen Original und Autorschaft an und meinte: "In der Kunstgeschichte wird sichtbar, dass jedes neue Werk eine Interpretation von vorher Geschehenem ist."

Mit dieser Erkenntnis ist sie nicht nur in guter Gesellschaft - besonders mit Jerome Bel und Xavier Le Roy -, sondern auch an einem wichtigen Diskussionspunkt angelangt. Die Figur des Autors ist nun auch im Tanz ein wenig entmystifiziert. Der Genius Cunningham, in dessen Studios Monnier während der Achtzigerjahre arbeiten konnte, forschte am Rande auch


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