Urlaubsflirts mit Voyeuren

Mark Tompkins. Wenn wir Abenteurer Pause machen: Das Ferienstück "RemiXamor" zeigt Übermut und Strandeslust - wenn auch nicht ungedämpft.

Extra | Helmut Ploebst | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Es verhält sich bunt, laut und ein wenig abgründig, etwas übergeschnappt, einigermaßen kitschig und zeigt viel Fassade: "RemiXamor" von Mark Tompkins ist ein Stück Pop, in dem wir uns, vergrößert und verzerrt, wiederfinden: wir wackeren Urlauber, die mit unserer umwerfenden Präsenz die Strände ferner Länder veredeln, Devisen oder andere Krankheiten einschleppen und unser saftiges Fleisch in südlicher Sonne rösten. Im Urlaub wird man gerne übermütig. Tompkins stellt diese Lustigkeit auf die Bühne, zieht sie auf und lässt sie laufen, hopsen, trällern. Männchen in Shorts und Mädchen in Tangas, man kommt sich näher, und dann ...

Unter der oberflächlichen Ausgelassenheit liegt etwas anderes. Es ist, wie zu erwarten, nicht das schlichte Gegenteil. Die Fassade in "RemiXamor" verbirgt also nicht Tod und nicht Gewalt, dafür aber Einbrüche von Temperaturlosigkeit, eine Verlangsamung und inneres Vakuum. Der seit 1973 in Frankreich lebende und arbeitende amerikanische Choreograph


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige