Der Darsteller als Chauffeur

Yoshi Oida. Der japanische Regisseur und Peter-Brook-Schauspieler Yoshi Oida inszeniert "Die Zofen" als multirituellen Trip ins Ungewisse.

Extra | Petra Rathmanner | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Yoshi Oida hats nicht leicht. Er braucht seine ganze zenbuddhistische Ruhe, um die hartnäckigsten Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: Da wäre einmal die fernöstliche Exotik, die von ihm erwartet wird, da er von Kindesbeinen an in der japanischen Schauspieltradition des No--Theaters ausgebildet wurde. Als ob er ein Gesandter japanischer Theaterschulen wäre! Oder das Peter-Brook-Syndrom: Da Oida einer seiner ältesten Mitstreiter ist, wird in seinen Inszenierungen regelmäßig nach einem Körnchen Peter Brook gesucht. Freilich prallt jenes Klischee und diese Vereinnahmung an Oida ab, schließlich inszeniert er nicht erst seit gestern, hat in zahlreichen anderen Produktionen sowie mit Soloperformances auf internationalen Bühnen reüssiert, Filme gedreht und ist, kurzum, schon längst aus dem Schatten von Peter Brook herausgetreten.

Bei seinem jüngsten Tanzprojekt nach Jean Genets Theaterstück "Die Zofen", kürzlich in Stuttgart uraufgeführt, eskalierten wieder einmal die Meinungen:


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