Was heißt hier jung?/Akram Khan: Kathak-Attack

Extra | Helmut Ploebst | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Plötzlich war er da. Akram Khan, hieß es, ist sehenswert. Und die Festivals wurden hellhörig: Wer ist der junge Mann, der sich so toll bewegen kann? Bei ImPulsTanz ist der junge Choreograph doppelt vertreten: Mit seiner ersten Gruppenarbeit "Rush" nimmt er an [8:tension] teil; an einem eigenen Abend präsentiert der Engländer bengalischer Herkunft darüber hinaus noch drei Soloarbeiten. Khan mischt indischen Tanz (Kathak) mit modernen westlichen Techniken. In "Half and Nine" zur Musik von Tabla Vishnu Sahai improvisiert der geschmeidige Tänzer zu einem komplizierten indischen 9-1/2-Schläge-Rhythmus. Weiters zu sehen: die Verfilmung eines Solos aus 1995, "Loose in Flight", mit dem Khan auf sich aufmerksam machte, und "Fix", eine 15-minütige Performance, in der Geschwindigkeit mit Stillstand abwechselt, blitzschnelle Drehungen, Rollen und Schwünge in plötzliches Verharren und unvermutetes Wiederbeginnen münden.

Ähnlich auch die Ästhetik von "Rush". Drei Tänzer(innen) jagen in einer Stop-and-go-Parforcetour aus abstraktem Tanz über die Bühne, eine reine Körperarbeit, unterstützt durch Bewegungsstrukturen und die Rhythmik der Musik von Andy Cowton. Für Khan ist Tanz sichtlich mit Eleganz und Virtuosität verbunden. In diesen traditionellen Werten findet der Künstler zur Verschmelzung westlicher mit östlichen kulturellen Zeichen, also ähnlicher ästhetischer Ansätze verschiedener Herkunft.

"Half and Nine", "Loose in Flight", "Fix" und "Rush": am 26.7., 21 Uhr, im MuseumsQuartier (Halle G). "Rush", im Rahmen von [8:tension] am 28.7., 22 Uhr, im MuseumsQuartier (Halle G).


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