Proksch tot, Land lebt

Seinesgleichen geschieht. Über den charismatischen Schweine-hirten, der einst die Republik faszinierte und verführte.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Udo Proksch ist letzte Woche im Alter von 57 Jahren in der Haft während einer misslungenen Herzoperation verstorben. 1991 war er zu lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt worden. Udo Proksch war gelernter Schweinehirt, Besitzer der Hofzuckerbäckerei Demel und Spiritus Rector des darüber befindlichen Club 45, Designer, Fantast, Frauenheld und Militarist.

1977 war das Frachtschiff "Lucona" im Indischen Ozean gesunken, sechs Seeleute starben, sechs überlebten die Explosion einer Bombe an Bord. Auf der "Lucona" befand sich eine wertlose Kohlenförderanlage, die Proksch mit seinem Kompagnon Hans-Peter Daimler bei der Bundesländer-Versicherung als Uranerzaufbereitungsanlage auf über 200 Millionen Schilling versichern hatte lassen. Proksch wurde wegen sechsfachen Mordes, sechsfachen Mordversuchs, Gefährdung durch Sprengmittel und versuchten schweren Betrugs verurteilt. Schließlich, um den Sieg über Proksch abzurunden, kaufte der mit der Bundesländer-Versicherung verbundene Raiffeisen-Konzern


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