Nicht am Rand

Europride. Das europäische Fest der Queer Community ist vorüber. Jetzt müssen Österreichs Politiker Europareife beweisen.

Vorwort | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Was haben wir uns gefreut, als wir Anfang Juni die erste Straßenbahn mit einer Regenbogenfahne entdeckten. Eine Bim? Alle Bims! Dass nämlich sämtliche Bahnen der Stadt unter dem weltweit gültigen Symbol von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen fuhren, war nicht nur eine super Marketingidee der Macher und -Macherinnen des Festivals Europride. Es war auch ein deutlich sichtbares Zeichen: Wien stand einen Monat lang im Zentrum der europäischen Queer Community.

Aber Europride bedeutet für Wien und Österreich mehr als mit Regenbogenfahnen beflaggte Öffis, Amtshäuser oder Fernsehtürme. Mehr als ein fein programmiertes (und besuchtes) Filmfestival. Mehr als der Life Ball oder ein international besetztes Theaterfest "andersrum", das zwar nicht öffentlich subventioniert wurde, aber hundert Prozent Auslastung verbuchen konnte. Europride war auch mehr als all die kleinen Spaß- und Spießigkeiten am anderen Ufer - vom Stammtisch über Sportturniere bis zum Grillfest. Europride war ein


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