Die BSA-Krise

Causa Gross. Die Diskussion um den ehemaligen NS-Psychiater und Sozialdemokraten Heinrich Gross holt die Wiener SPÖ ein. Wollen die Stadträte Rieder und Pittermann etwas verbergen?

Politik | Gerald John und Nina Weissensteiner | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Die Sekretärin war überrumpelt. Plötzlich standen die beiden Autoren im Büro des Bundes Sozialistischer Akademiker (BSA) und verlangten Einsicht ins Archiv. Die Bürokraft hätte sie abschasseln und auf den Dienstweg verweisen können. Stattdessen gab sie nach und händigte den Rechercheuren ein paar Dokumente aus. Keine gute Idee, denn die Vizepräsidentin des BSA, SP-Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann, wurde fuchsteufelswild: "Die hauen wir raus", soll sie geschimpft haben.

Die Drohung soll Pittermann im Gespräch mit der Historikerin Traudl Schmidt ausgestoßen haben. Schmidt hat gemeinsam mit Oliver Lehmann, Chefredakteur des Universum-Magazins, ein Buch über den NS-Arzt Heinrich Gross und sein Opfer Friedrich Zawrel geschrieben1. Geworden ist es aber auch eine Abrechnung mit der SPÖ und ihren Vorfeldorganisationen, die Gross jahrzehntelang stützten, integrierten und hofierten. Dafür verantwortlich machen die beiden Autoren nicht nur längst verstorbene Politiker, wie


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