Die BSA-Krise/Stadtrat Rieder über Ns-Arzt Gross: "Kann das nicht rechtfertigen"

Politik | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Ich habe Heinrich Gross nie getroffen", sagt Vizebürgermeister Sepp Rieder (SPÖ). Trotzdem weisen die Lebenswege des NS-Arztes Gross und Rieders Schnittpunkte auf. Als Gross' Rolle als Gerichtsgutachter für Diskussionen in der Justiz sorgte, war Rieder enger Mitarbeiter von SPÖ-Justizminister Christian Broda. Im Bund Sozialistischer Akademiker (BSA), der Gross nach 1947 als Sprungbrett diente, ist Rieder bis heute engagiert, seit zehn Jahren sogar als Präsident. Vor einem Jahr wurde Rieder auch noch Vizepräsident der Boltzmann-Gesellschaft, an der Gross als Leiter eines Institutes bis 1986 an Gehirnen von NS-Opfern forschte.

Falter: Herr Vizebürgermeister, wann haben Sie den Namen Heinrich Gross das erste Mal gehört?

Sepp Rieder: Anfang der Achtzigerjahre. Als der Arzt Werner Vogt die öffentliche Diskussion über Gross ausgelöst hat.

1976 hat das Gross-Opfer Zawrel zwei Briefe an Justizminister Broda geschrieben, in denen er thematisiert hat, dass das Gross-Gutachten über ihn auf


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