"So gut erwisch ma's nimma"

Salzburg. 15 Staatsoberhäupter, 40 Regierungsmitglieder, Tausende verwirrte Polizisten, 900 eingekesselte Demonstranten, Hunderte keuchende Journalisten, 13 Verhaftungen, zahlreiche Anzeigen und der Beweis, dass auch Salzburg nicht Seattle ist.

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Not very exciting" fand Osteuropa-Experte Paul Lendvai das "Capitalism Destroys"-Transparent, das gegenüber dem Kongresszentrum hing. "Not very exciting" fanden auch die Journalisten die Aktivitäten der Globalisierungsgegner. Denn zuerst war es einfach nur langweilig. So langweilig, dass die Kronen Zeitung, auf der Suche nach fetzigen Schlagzeilen, von einem "Geheimlager militanter Globalisierungsgegner" berichtete, das die Polizei in Salzburg entdeckt hätte: Es waren Autoreifen vor dem "Infopoint" der Demonstranten gefunden worden. Dieses angebliche "Geheimlager" diente den Protestlern jedoch nur als Sitzgelegenheit. Am Abend vor dem Gipfel marschierten etwa 80 junge Leute in die Altstadt, riefen "Demonstrationsverbot? Ha, ha, ha!" und besetzten als Alternative zum hermetisch abgeriegelten Kongresszentrum kurz eine McDonald-Filiale, um sich dann wieder zu ihrem "Infopoint" zurückzuziehen. Auch die über 4000 Polizisten, die aus allen Bundesländern nach Salzburg zum ersten gesamteuropäischen


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