"Fahrlässige Tötung"

Polizei. Im Fall des von der Polizei erschossenen Imre B. tut sich was. Der Polizei- und Ermittlungsskandal kommt dank der Oberstaatsanwaltschaft nun doch vor Gericht. Chronologie einer Schlamperei.


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Vor einem Jahr meldete sich ein Fahnder beim Falter. Er hatte soeben die Leiche des Österreichers Imre B. gesehen und war skeptisch: "Glauben Sie mir, diese Sache stinkt, das wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Da wurde gepfuscht. Da wird den Medien eine Variante präsentiert, die so nicht stimmen kann."

Jetzt ist es soweit. Jener Polizist, der den Österreicher Imre B. vor einem Jahr bei einer Razzia erschossen hatte, kommt vor Gericht. Fast wäre der Polizeiskandal auch ein Justizskandal geworden. Denn die Staatsanwaltschaft Wien wollte - laut Berichten des Standard - das Verfahren gegen jenen Polizisten des Kommissariates Ottakring einstellen, der - so Augenzeugen - einen Mann erschossen hatte, der sich bereits ergeben hatte. Die Oberstaatsanwaltschaft entschied nun doch, Anklage zu erheben. Wegen "fahrlässiger Tötung", begangen durch einen Polizis-ten, der im Dienst seine Privatwaffe nicht mehr kontrollieren konnte.

Auch der Verfassungsgerichtshof hat ein Machtwort gesprochen.

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