"Da müssen wir durch!"/Siegerinterview: "Dominanz deutscher Autoren"


Interview: Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 27/01 vom 04.07.2001

Beim zweiten Anlauf hat es dann geklappt: Michael Lentz, Jahrgang 1964, hatte sich vor drei Jahren schon einmal am Klagenfurter Wettlesen beteiligt und war für seinen rabiaten, komischen und stark akustisch orientierten Text zwar gelobt, letztendlich aber doch etwas unter seinem Wert gehandelt worden. Mit "Muttersterben" beeindruckte er heuer nicht nur Juror Burkhard Spinnen, der daran die Musil'sche Einheit von "Seele und Genauigkeit" lobte und der Lentz nominiert hatte, sondern die Mehrheit der Jury, die Lentz den heuer erstmals mit 300.000 Schilling dotierten, von der Stadt Klagenfurt gestifteten Ingeborg-Bachmann-Preis zuerkannte.

Falter: War die Wahl eines erzählenden Textes eine Konsequenz Ihrer Erfahrungen vom letzten Mal?

Michael Lentz: Nein. Prosatexte mache ich ja, seit ich 14 bin. Die eher akustisch orientierte Prosa, mit der ich 1998 angetreten bin, hätte ich nicht noch einmal machen können. Da hätte jeder zu Recht sagen können: Den Stiefel kennen wir jetzt schon! Ich hatte

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